Hurra – Raus an die frische Luft!

Die Vorboten des Frühlings sind schon seit einigen Tagen zu sehen und zu hören. Wer genau in die Gärten schaut, der erkennt die ersten zarten Gewächse, die sich aus der Erde wagen, um dort bald in voller Blüte ihre Frühlingspracht zu zeigen.
Und wer sich für ein fröhliches Vogelgezwitscher interessiert, dem sind die verlockenden Rufe von Amsel & Co. nicht entgangen. Am Himmel hört und sieht der Naturliebhaber die ersten Kraniche, die aus ihrem warmen südlichen Winterquartier zurück in den Norden fliegen, um sich dort zu paaren und die Brut aufzuziehen.

Ein alter Kinderreim lautet: „Zizibe, Zizibe, die Sonn verschluckt den letzten Schnee. Nun scheint die Sonne, so hell sie kann, vor dem Walde, vor dem Walde! Da fängt der Schneemann zu schwitzen an“.

Der Frühling ist da

Hundebesitzer können ein verändertes Verhalten bei ihren Lieblingen beobachten. Geht die Tür zum Garten hin auf, springt der Hund mit einer wahren unbeschreiblichen Lebensfreude über den Rasen, wälzt/en sich und spielt/en fangen miteinander. Wahre Luftsprünge, begleitet von übermütigem Bellen ist/sind zu sehen und zu hören.

Gefahren im Garten

Die Hobbygärtner können es nicht erwarten endlich wieder ihr Stück Grünland zu verschönern, Blumen anzupflanzen, zu schauen, was der Frost erfrieren ließ. Und natürlich sind bei diesen Arbeiten die Vierbeiner immer dabei.
Aber Vorsicht! Fast alle Frühjahrsblüher sind giftig. Passen Sie auf Ihren Bello auf, damit ein leichtsinniges Knabbern ihm nicht zum Verhängnis wird und er mit Vergiftungserscheinungen (Erbrechen, Durchfall, Krämpfen, Kreislaufschwierigkeiten) dem Tierarzt vorgestellt werden muss.
Wählen Sie mit großer Sorgfalt Düngemittel & Co., achten Sie auch hier darauf, wie toxisch die chemischen Helfer im Garten sein können. Viele Hundebesitzer verzichten konsequent auf den Einsatz von Chemiekeulen im Garten, um den Hund niemals in Gefahr zu bringen. Alternative Mittel helfen dem Ungeziefer wie Schnecken & Co. Herr zu werden. Manchmal kommt es nur auf die richtige Bepflanzungsfolge an. Sollten Sie an ihrem Hund auffällige Anzeichen erkennen, verlieren Sie keine Zeit, schauen Sie, was er zu sich genommen haben könnte und informieren Sie umgehend Ihren Tierarzt. Bei Vergiftungen zählt unter Umständen jede Minute.
Wichtige Informationen zu Giftpflanzen finden Sie unter: https://www.erste-hilfe-beim-hund.de

Achtung – kalter Boden!

Wenn Sie sich dem Garten widmen, werfen Sie ab und zu ein Blick auf Bello. Hunde suchen instinktiv ein sonniges Plätzchen im Freien. Sie wählen dafür ein windgeschütztes Eckchen und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Aber der Boden ist womöglich kalt, die Sonnenwärme ist nicht stark genug, um diesen entsprechend aufzuheizen. Oft gibt es im März noch leichten Bodenfrost. Bieten Sie Ihrer Fellnase eine warme Unterlage an, damit er keine Blasenentzündung bekommt oder sich verkühlt.

Fellwechsel

In die Frühlingszeit fällt auch der Fellwechsel. Unterstützen Sie Ihren Hund mit einem kräftigen Durchbürsten. So kann sich das lose Fell besser lösen, die Durchblutung wird angeregt und Sie bemerken kleine Hautunreinheiten oder Verletzungen sofort. Halten Sie die Trimmintervalle ein. Spezielle Öle wie Borretsch- oder auch Wildlachsöl können der Haut zu einem gesunden Hautklima verhelfen. Geben Sie diese Öle einfach über das Futter.

Winterspeck

Hunde, die sich während des Winters weniger bewegt haben, benötigen jetzt ein gewisses Konditionstraining. Wenn die ersten Sonnenstrahlen locken, nehmen Sie Rücksicht und verlangen Sie keinen Marathonlauf von Ihrem Vierbeiner oder eine schnell Runde am Fahrrad. Verletzungen am Bewegungsapparat sind dann vorprogrammiert. Lassen Sie Ihren übermütigen Hund erst ein wenig an der Leine warmlaufen, bevor Sie diese lösen. So beugen Sie Zerrungen, Dehnungen und Verrenkungen vor.

Läufigkeit der Hündin

In diese Zeit fällt auch oft die Läufigkeit der Hündinnen. Wer seine Hunde genau kennt, wird die beginnende Hitze am veränderten Verhalten der Fellnase schnell bemerken. Manche Hündinnen bluten relativ wenig, anderen kann man den ganzen Tag hinterherwischen. Instinktiv säubern sich die Hundedamen selbst. Ob nun ein Höschen angezogen wird oder nicht, das bleibt jedem Besitzer alleine überlassen.

Intakte Rüden bemerken sehr schnell, wenn eine läufige Hündin in der Nachbarschaft wohnt und ihr Liebesleid ist weit zu hören. So mancher Couch-Potatos mutiert zu Casanova und wird, um zu seiner Herzensdame zu kommen, zum wahren Ausbrecherkönig. Kein Zaun ist zu hoch, man kann da auch geschickt drüber klettern oder er wird kurzerhand untergraben. Passen Sie gut auf Ihren Rüden auf, damit so ein Abenteuer nicht an der nächsten Straße böse endet.

Scheinträchtigkeit und das veränderte Verhalten

Einige Wochen nach der Läufigkeit setzt bei manchen Hündinnen die Scheintächtigkeit ein. Die Mädels werden zickig untereinander und übellaunig anderen Hunden gegenüber. Von dem sonst so liebevollen souveränen, sozialen Vierbeiner kommt jetzt ein Knurren aus tiefster Kehle, damit niemand die imaginären Welpen im Nirgendwo zu nahekommen kann.
Hier hilft es die Hündin abzulenken und evtl. mit homöopathischen Mitteln zu begleiten. Ein ausgiebiger Spaziergang mit extra Schnüffeleinheiten wird Allen guttun. In dieser Zeit sollten Sie Spielzeug, vor allem Quietschendes entfernen, damit der Muttertrieb nicht noch gefördert wird.

Beißattacke unter Hunden

Aber Vorsicht! Anderen Hundebesitzern geht es vielleicht genauso wie Ihnen. Deren Hunde sind eventuell auch gerade hochexplosiv und ruckzuck ist aus einem erst freudigen Beschnüffeln eine andere Situation entstanden. Ganz schnell kann aus den lieben Wauwaus kleine reißende Bestien werden, die ungeachtet der Größe zum Gegner alles und nichts verteidigen und die tollste Beißerei ist im Gange. Hat man dann noch das Pech und trifft auf die Fraktion von Hundehaltern mit „der tut nix Fraktion“ kann man nur hoffen, dass sich die Kontrahenten ausschließlich lauthals anpöbeln und knurrend ihrer Wege gehen.

Sollte es zu einer handfesten Beißerei gekommen sein, bitte gehen sie nicht mit ihren Händen dazwischen. Dies kann fatale Folgen für Ihre Finger haben. Jeder Hund vergisst in so einer aufgeheizten Situation seine Beißhemmung und wird unweigerlich zupacken – in der Hoffnung, den Feind zu erwischen. Bleiben Sie in dieser schwierigen Gesamtlage souverän und ruhig.
Versuchen Sie stattdessen zusammen mit dem anderen Besitzer jeweils Halsband und die Hinterläufe von Ihrem Hund zu greifen, um diese so auseinanderzuziehen. Treten und schlagen Sie nicht nach den Vierbeinern. Dies könnte die Hunde nur weiter anstacheln. Aufgrund der Ausschüttung von Hormonen ist die Schmerzgrenze in dieser Situation wesentlich höher und die Schläge und Tritte werden nicht wahrgenommen. Ihr eigener Hund könnte noch stärker verletzt werden. Oder der gegnerische Bello lässt von Ihrem Vierbeiner ab und wendet sich stattdessen Ihnen zu.

Sind die Kämpfer wieder getrennt, schauen Sie, ob und wieweit sich ihr Hund verletzt hat, schauen Sie auch nach dem Kontrahenten (im geeigneten Abstand), tauschen Sie Adressen aus, damit im Zweifelsfall die Versicherung der Hundehaftpflicht den entstandenen Schaden begleichen kann.

Frühjahrsregeln in Feld, Flur und Wald

Bevorzugen Sie auf Ihrem Frühlingsspaziergang lieber Feld oder den nahen gelegenen Wald, so bedenken Sie, dass auch die Brunstzeit für Hasen und andere Waldbewohner im vollen Gang ist. Hinweisschilder zur beginnenden Brut- und Setzzeit sind vielerorts schon angebracht. Nehmen Sie Rücksicht auf die dort wohnenden Tiere und halten sie Ihren Hund auf den Gehwegen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass dieser ungewollt Wild aufstöbert und hinterherjagt. Im schlimmsten Fall befindet sich in der Nähe eine befahrene Straße und nicht nur das Wildtier, sondern auch Ihr Hund kann einen Unfall verursachen.
Bleiben Sie in so einem Fall besonnen. Hat sich Ihr Tier verletzt, informieren Sie umgehend Ihren Tierarzt und kündigen Sie Ihr Kommen an. Wurde ein Wildtier versehrt, dann muss der Jagdpächter oder das Forstamt darüber benachrichtigt werden, um das verwundete Lebewesen zu erlösen und zu entsorgen.

Deshalb, auch wenn die Sonne uns noch so anstrahlt, wir auch freudig durch die Gegend laufen wollen, bleiben Sie besonnen. Halten Sie sich an gewisse Regeln und achten Sie auf Ihren Hund, damit Sie ungetrübt die warmen nächsten Sonnenstrahlen weiterhin gemeinsam erleben können.

Ute Klubert

 

 

 

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