Vorsicht – nicht alle Nüsse sind zum Verzehr für den Hund geeignet!

Endlich Herbstzeit! Nach den trockenen, heißen Sommertagen ist es eine Freude, endlich wieder durchatmen zu können. Viele Menschen, ob mit oder ohne Hund, lockt jetzt der Wald – die Pilzsaison hat begonnen und der eine oder andere wird sogar fündig und kann Pilze sammeln und mit nach Hause nehmen.

Und wenn der Hundebesitzer in Begleitung seines Lieblings Pilze vom Boden aufsammelt, möchte der Hund natürlich auch sammeln, eben das, was ihm vor die Nase kommt. Und das sind häufig die kleinen Eicheln, Kastanien und auch Nüsse, die überall auf den Wegen und den Wegrändern liegen. Mutter Natur hat den Tisch für das im Wald lebende Wild reichlich gedeckt.

Aber leider kann so ein Spiel mit Eichel & Co. in zweierlei Hinsicht gefährlich sein.

Erstens passiert es häufig, dass Eicheln und Kastanien im Ganzen geschluckt werden und den Weg durch Magen und Darm nicht passieren können. Hier hilft wirklich nur rasches Handeln, eventuell ist auch eine Not Operation erforderlich, um den Vierbeiner vor einem Darmverschluss zu retten.

Zweitens beinhalten gerade Walnüsse in ihrer grünen Schale oftmals den für das bloße Auge nicht erkennbaren Pilz Penizillium crustosum. Der dort vorkommende Wirkstoff heißt Roquefortin C, und kann durchaus mit Strychnin verglichen werden. Er gehört zu den Schimmelpilzen und bildet ein Gift, welches schon in kleinen Mengen hoch neurotoxische Wirkung zeigt.

Bei Hunden erkennbar durch schwere, epilepsieähnliche Krämpfe und Erbrechen, Stolpern, Stürzen und Zittern und dem Versteifen der Gliedmaßen. Im schlimmsten Fall endet die Vergiftung tödlich.

Eine von der Schale befreite Walnuss hingegen ist für den Hund nicht giftig. Um jedoch ganz sicher zu gehen, sollte man die Walnuss und auch die nahe Verwandte, die Schwarznuss, meiden.

Auch bei Mandeln ist Vorsicht geboten. Bedenklich sind die Bittermandeln, die ab und zu auch in Knabber Packungen- oder Nuss Mischungen vorhanden sind. Der in der Mandel enthaltenen Stoff Amygdalin setzt unter Umständen die giftige Blausäure im Darm frei. Auch hier gilt: wer auf der sicheren Seite sein möchte, verzichtet auf die Fütterung von Mandeln oder muss vorher prüfen, ob die Mandel süß oder bitter schmeckt.

Welche Nuss ein Hund absolut nicht fressen darf ist die beliebte Macadamia Nuss (Herkunftsland Australien). Der Grund für das für Hunde tödliche Gift ist leider noch nicht ausreichend erforscht, jedoch genügen schon 2-4 Nüsse, um einen größeren Hund schwerste Vergiftungen zuzufügen. Das in der Nuss enthalten cyanogene Glykosid fällt unter die Pflanzengifte.

Erbrechen, Zittern, Fieber und Lähmungen, die letztendlich zum Tod führen können, sind die ersten Anzeichen. Reagieren Sie schnell, wenn Sie Ihren Vierbeiner retten wollen.

Vorsicht: Haselnüsse und Erdnüsse können allergische Reaktionen beim Hund auslösen.

Natürlich gibt es einige Nuss Sorten, die Sie unbedenklich füttern können. Dazu zählen Paranüsse, Cashewkerne und Pekannüsse. Diese sollten ungesalzen und wenn möglich nur in kleinen Mengen verabreicht werden, denn Nüsse enthalten sehr viel Fett.

Sollte Ihr Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch, für ihn giftige, Nüsse gefressen haben, suchen Sie schnellst möglichst Ihren Tierarzt auf. Teilen Sie ihm den Grund Ihres Besuches mit. Nicht immer ist im Blutbild eine Vergiftung festzustellen. Nur durch eine spezielle Untersuchung des Blutes mittels eines Dunkelfeldmikroskops kann Ihr Tierarzt die Vergiftung und deren Auswirkung feststellen und mit einer geeigneten Therapie umgehend beginnen.

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